Menschen früherer Generationen haben deutlich mehr körperliche Arbeit geleistet als wir heute. Technische Errungenschaften und damit einhergehende gesellschaftliche Entwicklungen haben unseren Alltag bewegungsarm werden lassen. Die Mechanisierung der Arbeit, die Motorisierung des Transports, technische Hilfsmittel im Haushalt und moderne Kommunikationsmittel haben unser Leben zwar in mancher Hinsicht erleichtert. Diese Befreiung von körperlicher Mühsal hat aber ihre Kehrseite: Die meisten Menschen beanspruchen ihren Körper kaum mehr – weder am Arbeitsplatz, noch im Haushalt oder bei der Fortbewegung. Für die Gesundheit ist dies ungünstig, denn der menschliche Organismus ist darauf angelegt, auf der Suche nach Nahrung jagend und sammelnd durch die Steppen zu streifen. Unser Körper braucht deshalb – auch heute noch – ein gewisses Mindestmass an Beanspruchung, um optimal zu funktionieren und gesund zu bleiben. (BASPO, Gesundheitswirksame Bewegung – Grundlagendokument)
Körper, Geist und Ernährung stehen in starker Wechselwirkung. Geht es dem Körper gut, dann ist auch der Geist ausgeglichen und zufrieden. Passt dagegen etwas mit einem der drei Dinge nicht, dann sind auch die anderen Elemente im Ungleichgewicht und es entstehen Probleme. Das sieht man besonders gut am Zusammenhang von Übergewicht und Depressionen, schlechter Ernährung und Niedergeschlagenheit, aber auch Freude an der Gesundheit und eigenen Kraft.
Die ersten positiven Auswirkungen von Sport und Bewegung sind der verbesserte Schlaf und Ausgeglichenheit! Man wird fröhlicher durch die Ausschüttung von Endorphinen, die Rückenschmerzen sind oft nach dem ersten Training weg und Verspannungen lösen sich.
Zirka vier Wochen nach Trainingsbeginn spürt man eine wesentliche Verbesserung der Muskelkraft und der Stoffwechsel kommt in Schwung. Das heisst, dass das Kälteempfinden sinkt, man fühlt sich öfter warm oder heiss und auch der Fettstoffwechsel profitiert positiv, denn der Körper schaltet auf „Verbrauch und Aufbau“! (Fitness Schmiede)
Warum Bewegung gesund ist

Quelle: BASPO, Gesundheitswirksame Bewegung
Regelmässige körperliche Aktivität reduziert das Risiko für weit verbreitete Beschwerden und Krankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes II, Knochenschwund (Osteoporose) sowie Darm- und Brustkrebs. Bewegung wirkt sich ausserdem positiv auf das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität aus. Körperlich Aktive leben länger. Zudem sind sie im Alter geistig fitter und weniger pflegebedürftig.
Erwachsene sollten sich idealerweise mindestens 2½ Stunden pro Woche in Form von Alltagsaktivitäten oder Sport mit mindestens mittlerer Intensität bewegen. Diese Basisempfehlung kann auch durch 1¼ Stunden Sport oder Bewegung mit hoher Intensität oder durch eine Kombination von beidem erreicht werden. Ideal ist, wenn die Aktivität auf mehrere Tage in der Woche verteilt wird. Frauen oder Männern, die bereits aktiv sind, wird zusätzlich ein Training der Ausdauer, der Kraft und der Beweglichkeit empfohlen.
Ältere Menschen sollten sich so viel wie möglich bewegen, auch wenn sie nicht in der Lage sind, die Basisempfehlungen vollumfänglich zu erreichen. Wer bereits aktiv ist, kann mit zusätzlichem Trainieren von Kraft, Gleichgewicht, Beweglichkeit und Ausdauer noch mehr für seine Gesundheit, sein Wohlbefinden, seine Leistungsfähigkeit und Selbständigkeit tun.
Jugendliche sollten sich eine Stunde pro Tag bewegen, jüngere Kinder deutlich mehr. Darüber hinaus sollten junge Menschen mehrmals pro Woche Aktivitäten durchführen, welche die Knochen stärken, Herz und Kreislauf anregen, die Muskeln kräftigen, die Beweglichkeit erhalten und die Geschicklichkeit verbessern.
Allfällige schädliche Auswirkungen körperlicher Aktivität sind deutlich geringer als diejenigen eines Bewegungsmangels.
Das Bewegungsverhalten in der Schweiz
In Bezug auf die in diesem Dokument beschriebene Mindestempfehlung von 2½ Stunden Bewegung pro Woche mit mindestens mittlerer Intensität sind knapp 35 Prozent der Erwachsenen in der Schweiz ungenügend aktiv oder gänzlich inaktiv.
Kosten mangelnder körperlicher Aktivität:
Bewegungsmangel verursacht in der Schweiz jedes Jahr mindestens 2900 vorzeitige Todesfälle, 2,1 Millionen Erkrankungen und direkte Behandlungskosten von 2,4 Milliarden Franken.
Sich zu bewegen und anderen Menschen zu begegnen ist wichtig für den Aufbau und den Erhalt des sozialen Kapitals einer Gesellschaft.
Positive Auswirkungen von Sport und Bewegung
Positive körperliche Veränderungen
Untenstehende Tabelle zeigt die negativen und positiven Auswirkungen von Sport und Bewegung auf die einzelnen Körperbereiche auf:
| Einfluss von Bewegung | Bewegung | keine Bewegung |
|---|---|---|
| Energieumsatz gesamt | steigt | steigt nicht |
| Körpergewicht (bei gleichbleibender Kalorienzufuhr) | nimmt ab | nimmt zu |
| Herz-Kreislauf-System | wird belastbarer | wird schwächer |
| Ausdauer | verbessert sich | verschlechtert sich |
| Blutdruck | sinkt | steigt |
| Fettstoffwechsel | wird optimiert | verschlechtert sich |
| Gesamtcholesterin | sinkt | steigt |
| Zuckerstoffwechsel | wird optimiert | verschlechtert sich |
| Insulinspiegel | sinkt (=positiv) | sinkt nicht |
| Blutzuckerspiegel | sinkt (=positiv) | sinkt nicht |
| Bewegungsapparat | wird leistungsfähiger | wird schwächer |
| Muskelkraft | mehr Kraft | Kraft nimmt ab |
| Knochendichte | nimmt zu | nimmt ab |
| Beweglichkeit, Belastbarkeit der Gelenke | nimmt zu | nimmt ab |
| Immunabwehr | verbessert sich | verschlechtert sich |
| Gehirnfunktionen | verbessern sich | verschlechtern sich |
| Gehirndurchblutung | verbessert sich | verschlechtert sich |
| Neubildung von Nervenzellen | wird gefördert | wird nicht gefördert |
| Psyche | antidepressive Wirkung | ohne antidepressive Wirkung |
Quelle: www.gesundheit.gv.at
Bedeutung des Bewegungsumfangs

Quelle: BASPO, Gesundheitswirksame Bewegung
Grundsätzlich besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Umfang des Bewegungsverhaltens und dem Ausmass der Gesundheitseffekte: Je mehr sich ein Mensch bewegt, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, von einem gesundheitlichen Nutzen zu profitieren. Allerdings verringert sich der Zusatznutzen mit steigendem Trainingsniveau: Ab einem wöchentlichen Trainingsumfang, der etwa 50 km Jogging entspricht, nimmt der zu erwartende Gesundheitsnutzen nur noch unwesentlich zu.
Den grössten zusätzlichen Nutzen bei einer Steigerung des Bewegungsumfangs können jene Menschen erwarten, die bisher kaum oder gar nicht aktiv waren. Im Sinne einer Faustregel lässt sich sagen, dass man mit einem Umfang, der der Mindestempfehlung für gesundheitswirksame Bewegung (siehe Abbildung) entspricht, etwa die Hälfte der möglichen Gesundheitseffekte ausschöpft.
Positiver Einfluss auf das Gehirn
Die positive Wirkung von Sport- und Bewegungstherapie in der Behandlung depressiver Erkrankungen konnte in verschiedenen Interventionsstudien nachgewiesen werden und gehört heute zum stationären Behandlungsalltag. Sport macht also auch das Gehirn fit. Die Gehirnaktivität verändert sich, wenn man sich bewegt: Der motorische Kortex, unsere Steuerzentrale für Bewegungen und Koordination, wird aktiviert. Zugleich wird der präfrontale Kortex heruntergefahren, der für logisches Denken und Planen zuständig ist. Man kann sich das wie bei einem Reset eines Computers vorstellen, dessen Arbeitsspeicher überlastet ist. Der Neustart ermöglicht, dass wir uns wieder besser konzentrieren und unsere Aufmerksamkeit auf relevante Inhalte fokussieren können. Kurz: Wir haben den Kopf wieder frei und können besser denken. Das Gehirn profitiert von regelmässiger Bewegung. (zeit.de)